Kurz und knapp: Das Wichtigste im Überblick
Nachtschweiß
Nachtschweiß, also übermäßiges Schwitzen während des Schlafs, kann verschiedene Ursachen haben. Diese reichen von harmlosen Faktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.
Schwitzen in der Nacht
Eine Sonderform des übermäßigen Schwitzens ist das nächtliche Schwitzen, auch Nachtschweiß genannt. Bei den meisten Formen der Hyperhidrose ist es sehr typisch, dass tagsüber geschwitzt wird, in der Nacht jedoch nicht. Beim Nachtschweiß ist es genau umgekehrt. Der oder die Betroffene wacht nachts, oft eher gegen Morgen, auf, teils nass geschwitzt mit nassgeschwitztem Pyjama und nasser Bettwäsche. Kommt das Schwitzen in der Nacht nur vereinzelt vor, liegt meistens ein ganz einfacher Grund vor wie zu hohe Temperaturen im Schlafzimmer, eine zu dicke Decke, psychische Ausnahmesituationen (Alpträume) oder Alkoholkonsum am Abend.
"Tritt Nachtschweiß über einen längeren Zeitraum auf, ist eine Abklärung beim Arzt empfohlen."
Kommt das Schwitzen in der Nacht über einen längeren Zeitraum vor, wird von einer nächtlichen Hyperhidrose gesprochen. Zusätzlich zum unangenehmen Gefühl und der Notwendigkeit, sich mitten in der Nacht umzuziehen und zu duschen, kommt die Belastung durch den Schlafmangel, der Folgen von Abgeschlagenheit und Konzentrationsmangel bis hin zu ernsthaften Erkrankungen haben kann.
Dieses Problem kann durch diverse Grunderkrankungen hervorgerufen werden, daher ist eine Abklärung beim Arzt notwendig. Je nach Situation wird der Hausarzt den Betroffenen an einen Facharzt überweisen, das kann vom Gynäkologen über den Psychiater bis zum Onkologen gehen. Die Therapie ist bei sekundärer Hyperhidrose, auch bei nächtlicher, an der Grunderkrankung ausgerichtet. Zusätzlich, oder falls es sich (sehr selten bei nächtlicher Hyperhidrose) um eine primäre Hyperhidrose handeln sollte, können, kann es hilfreich sein, kühlende (Seide oder Mikrofasersatin) oder Feuchtigkeit absorbierende (Leinen) Bettwäsche zu verwenden. Mehrere dünne Decken übereinander ermöglichen es, die Wärme zu dosieren. Auf keinen Fall sollte das Schlafzimmer geheizt werden. Atmungsaktive Nachtanzüge können ebenfalls Linderung schaffen. Abends auf den Konsum von scharf gewürzten Speisen, Alkohol, Kaffee und Nikotin zu verzichten, ist oft ebenfalls hilfreich. Ansonsten lohnt es sich, naturheilkundliche Methoden wie Salbei auszuprobieren.
Liste von Ursachen bei Nachtschweiß :
Schlafbedingungen:
- Zu warme Raumtemperatur
- Zu dicke Bettdecken
- Synthetische Bettwäsche
- Hohe Luftfeuchtigkeit
Lebensweise:
- Übermäßiger Konsum von Alkohol, Nikotin oder Koffein
- Scharfes Essen kurz vor dem Schlafengehen
- Stress und psychische Belastungen
Medikamente:
- Einige Medikamente können als Nebenwirkung zu verstärktem Schwitzen führen (z.B. bestimmte Antidepressiva, Hormonpräparate)
Medizinische Ursachen:
- SchInfektionen: Grippe Tuberkulose Endokarditis
- Entzündliche Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus Schilddrüsenerkrankungen (Hyperthyreose)
- Krebs: Lymphome Leukämien
- Hormonelle Störungen: Wechseljahre bei Frauen
- Schweißausbrüche ohne ersichtlichen Grund
- Neurologische Erkrankungen: Parkinson
- Andere: Schlafapnoe Übergewicht
Hormone beim Mann (Andropause)
Hormonelle Ursachen beim Mann: Nicht nur Frauensache Während die Wechseljahre der Frau allgemein bekannt sind, wird der hormonelle Umschwung beim Mann (Andropause) oft übersehen. Ein sinkender Testosteronspiegel kann das Temperaturzentrum im Gehirn beeinflussen und zu massiven nächtlichen Schweißausbrüchen führen. Oft treten diese zusammen mit Antriebslosigkeit, Muskelabbau oder Schlafstörungen auf. Ein einfacher Hormoncheck beim Urologen oder Hausarzt kann hier schnell Klarheit schaffen.
Wann sollte man zum Arzt?
Wenn der Nachtschweiß häufig auftritt, mit anderen Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß verbunden ist oder wenn er den Schlaf stark beeinträchtigt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Ursache klären und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten.
Wichtig für die Diagnose: Die B-Symptomatik Mediziner achten besonders auf ein Trio von Symptomen, die zusammen als „B-Symptomatik“ bezeichnet werden: Nachtschweiß, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust. Sollten Sie in den letzten Wochen deutlich an Gewicht verloren haben, ohne Ihre Ernährung umzustellen, ist ein Arztbesuch dringend und zeitnah erforderlich, um Entzündungen oder bösartige Erkrankungen auszuschließen.
Wichtiger Hinweis: Diese Liste ist nicht vollständig und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nur ein Arzt kann die genaue Ursache für Ihren Nachtschweiß feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten.
Praktische Tipps welche Sie sofort umsetzen können
Die unterschätzte Rolle der Matratze und Schlafhygiene. Oft liegt die Ursache für Nachtschweiß nicht im Körper, sondern in der unmittelbaren Umgebung.
- Wärmestau durch Matratzen: Moderne Matratzen aus Memory-Schaum (Viscoschaum) passen sich zwar dem Körper an, speichern aber extrem viel Wärme und lassen die Luft kaum zirkulieren. Wer zu Nachtschweiß neigt, sollte auf Taschenfederkern-Matratzen oder natürliche Materialien wie Rosshaar oder Naturlatex setzen.
- Das Bett-Set für den Notfall: Legen Sie sich für den Fall der Fälle ein frisches Set Nachtwäsche und ein großes Frottee-Handtuch direkt neben das Bett. So können Sie sich bei einer Schweißattacke kurz abtrocknen und umziehen, ohne das Licht anzuschalten oder das Zimmer zu verlassen. Das hält den Blutdruck niedrig und erleichtert das Wiedereinschlafen.
- Materialwahl: Achten Sie bei Pyjamas auf Naturfasern. Tencel (Lyocell) oder Bambusfasern können deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen und vom Körper wegleiten als klassische Baumwolle oder gar Synthetik.
Erstmals publiziert am: 12.05.2011
Aktualisiert: 29.12.2025
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